Das Kirchengebäude

Wenn Menschen sesshaft wurden, brauchten sie alsbald eine Stätte für die Bestattung der Toten. Auf einem solchen alten Begräbnisplatz wurde unsere Kirche um 1200 errichtet und kurze Zeit später niedergebrannt. Es war eine bewegte Zeit, in der sich nicht unbedeutende kämpferische Auseinandersetzungen in unserer Gegend abgespielt haben. Der Wiederaufbau erfolgte um 1240 bereits vom Kloster Lilienthal aus.

Die Grundmauern der Kirche waren stehen geblieben. Es sind etwa 80 cm starke, aus Feldsteinen errichtete Wände. Eine Schale außen, eine Schale innen. Feldsteine gab es in unserer Gegend reichlich. Backsteine (Ziegelsteine) sind erst bei späteren Ausbesserungen verwendet worden. In Türen, Fenstern und an den Ecken findet sich behauener Sandstein, der wohl aus dem Mittelwesergebiet kommt.

Als Bindemittel ist ein braungrauer Lehmmörtel verwendet bis auf etwa 2 m Höhe. Darüber ist zum Teil ein weißgrauer Kalkmörtel (Muschelkalk) verwendet. Der Grund könnte sein, dass das obere Teil erst später aufgemauert wurde. Auch sind hier zum Teil größere Steine vermauert.

Das Dach war sicherlich zunächst mit Reith gedeckt. Bei Grabungen wurden Dachpfannen gefunden, wie sie im 14./15. Jahrhundert gebrannt wurden, was auf eine Ziegeleindeckung ab dieser Zeit hindeutet.

Der Glockenturm
Der Glockenturm aus Holz dürfte um 1300 errichtet sein. Auf diese Zeit werden auch die Glocken datiert.
1819 wurde der Turm neu aufgerichtet. Schlechte Hölzer wurden ersetzt und neue dazu genommen. Die Balkeninschrift lautet:
Reparirt Im Jahr 1819 Aufgerichtet den 17ten Septembr
M C C Wohltmann


Bei der Renovierung der Kirche 1971/72 wurde das Turmfundament erneuert und der Turm insgesamt ausgebessert. Es gab einen neuen Glockenstuhl und es wurden Läutemaschinen eingebaut.

Die Glocken bilden, was selten vorkommt, seit über 600 Jahren ein geschlossenes Geläut. Sie sind ganz gleich ausgebildet und stammen offenbar von demselben Gießer. Die Glocken durften in beiden Kriegen (1914/18 und 1939/46) hängen bleiben mit der Begründung:
Wegen Altertumswert von der Beschlagnahme befreit.