Das Innere der Kirche

Durch grundlegende Renovierungsarbeiten ist die Kirche in den Jahren 1970/72 in den heutigen (alten) Zustand versetzt worden. Die Deckenbalken wurden wieder freigelegt. Einige Deckenbalken wurden ausgetauscht. Im Altarraum wurden die Deckenbalken etwa 1 m höher gelegt. Eine Putzkante zeigt die alte Höhe an. Die Fenster wurden auf gleiche Höhe gebracht. Die an der Westwand um 1600 eingebaute Empore mit der darauf stehenden Orgel wurde herausgenommen. Ebenso wurde die 1869 eingebaute Nordempore herausgenommen.
Zu der Zeit (21. Mai 1868) kamen die Ortschaft Lehnstedt und der Hof Seedorf von der Kirchengemeinde Bramstedt nach Wulsbüttel.
Die alten Bankreihen waren sehr eng. Zum Niederknien mußte man sich zur Seite drehen. Ein Teil der Bänke war schon 1953 erneuert worden und dabei eine Bankreihe weniger eingebaut.
Nach der Renovierung 1970/72 kam das heutige lose Gestühl. Dies kann z.B. bei besonderen Gottesdiensten anders angeordnet werden.

Eine Beheizung der Kirche gab es lange nicht. 1895 wurde an der Nordseite ein Schornstein gebaut. Er stand in der Ecke zum Chorraum außen an der Wand und ragte senkrecht in die Höhe. 1934 wurde der Schornstein zum Teil abgetragen und unter dem Dach zum First geführt. Der Ofen stand anfangs gegenüber von dem Schornstein, wo jetzt das Taufbecken steht. Der Rauchabzug lag nach einem alten Foto unter der Decke entlang. 1902 wurde der Ofen an die Nordseite in die Nähe des Schornsteins gesetzt.
1964 wurden elektrische Heizöfen angeschafft. Bei der Renovierung 1970/72 hat die Kirche eine elektrische Fußbodenheizung bekommen. Diese wurde mit (zu der Zeit billigem) Nachtstrom betrieben.
1994 kamen zusätzliche Heizöfen zum Temperaturausgleich am Tage.

2001, nach rund dreißig Jahren, war die Fußbodenheizung defekt und wurde durch eine Warmwasserheizung ersetzt. Diese wird mit Erdgas betrieben.

Eine Beleuchtung gibt es erst seit 1894. In dem Herbst wurden 1 Kronleuchter, 1 Wandarmlampe und 5 Wandlampen angeschafft. Es waren Petroleumlampen. Am 18. Dezember 1894 heißt es im Protokoll: „Nachdem die neu angeschaffte Kirchenbeleuchtung es möglich macht, Abendgottesdienste zu halten, beschließt der Vorstand, als Abendgottesdienste einzuführen: Weihnachtsabend, Sylvester und die Fastengottesdienste.“

1922 bekam die Kirche eine elektrische Beleuchtung und einen Motor für die Orgel. Der Blasebalg zum Treten blieb aber erhalten. Die Beleuchtung wurde 1953 erneuert. Die jetzige Beleuchtung wurde bei der Renovierung 1970/72 eingebaut.

Der alte Altartisch (bis 1970) war gemauert. Der jetzige ist aus Beton gegossen.

Der Altaraufsatz ist von 1669. Er reichte bis unter die (damals noch tiefer liegende) Decke. Nach einem Foto um 1900 ist die Bekrönung leicht angehoben. Die Deckleisten der Decke sind anscheinend in die Bekrönung eingelassen. Dies deutet darauf hin, dass der Altaraufsatz ursprünglich in einer anderen Kirche gestanden hat. Das Foto zeigt keine Seitenteile (Schleier). Bei der Renovierung 1953 wurden Schleier aus Tischlerplatte angefertigt. Sie sind nicht geschnitzt sondern bemalt und haben einen Hinweis auf eine alte Vorlage.
Nach der Renovierung 1970/72 wurde der Altaraufsatz an die Nordwand gehängt. Ohne Schleier und Bekrönung. 1990 wurde der Platz für die Prieche benötigt. Der Altaraufsatz wurde ausgebessert und auf den Altar gesetzt. Die Schleier von 1953 befanden sich auf dem Scheunenboden. Sie wurden gereinigt und 1997 wieder angebracht.
Die jetzige Bekrönung ist ein Entwurf und wurde 1997 angebracht.
Das Mittelbild ist ein Ölgemälde auf Holz. Es zeigt die Kreuzigung mit Schächern; links ein Reiter, Christus die Seitenwunde einstoßend. Am Kreuzesfuß Magdalena; rechts Maria und Johannes. Eine handwerkliche Arbeit aus der Entstehungszeit des Altars (um 1670).

Ein neueres Altarbild wurde 1894 aus freiwilligen Spenden angeschafft. Es befindet sich zur Zeit im Archiv in Uthlede.

Die beiden Altarleuchter aus Messing wurden im November 1889 beschafft und in Gebrauch genommen.

Von 1980 bis 1990 stand auf dem Altar ein aus der Gemeinde gestiftetes Kreuz aus Eiche, das jetzt im Gemeindehaus angebracht ist.

Das Taufbecken aus Holz ist um 1700 gefertigt. Die Taufschale aus Kupfer ist neueren Datums. 1992 wurden gelockerte Verbindungen befestigt und eine Grundplatte angebracht.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Kanzel aus Holz. Dieser Kanzeltyp ist inzwischen selten geworden. Die Kanzel besteht aus vier ungleichen Achteckseiten mit Füllungen von spätgotischem Rollwerk.
Sie trägt die Jahreszahlen 1555 und 1571.

Der flache Schalldeckel hat die Inschrift
Lüder Mehrtens – 1695. Den Namen „Mehrtens“ gibt es in unserer Gemeinde oft. Es ist durchaus möglich, dass ein hiesiger Tischler ihn gefertigt hat oder der Auftraggeber von hier war.

Die Prieche (Patronatsstuhl) der Familie von Wersebe steht seit 1990 wieder in etwa am alten Platz. Die Rankenmalerei und das Stifterwappen wurden überarbeitet. Die Inschrift lautet:
Berent von Wersebe – Anno 1614.

Das Lesepult ist neu.

Der Opferstock aus dem Jahr 1687 wurde restauriert und steht nun am Eingang der Kirche.

Die Kollektenbecken (ohne Kästen) sind aus dem Jahr 1933.